23.02.-03.03.2013: Frühjahrsmesse Kassel PDF Drucken E-Mail

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Neun Tage Frühjahrs-Ausstellung 2013 in Kassel liegen hinter den Aktivisten von der Anti-Jagd-Allianz e.V. und von pro iure animalis (www.pro-iure-animalis.de). Zum zweiten Mal waren die Organisationen gemeinsam mit einem Informationsstand zum Thema Freizeitjagd auf der Messe vertreten.

112.000 Besucher zählte die Messeleitung, einige hundert Besucher legten auch einen Stop bei diesem Infostand ein. Daraus resultierten zahlreiche Gespräche zwischen Personen mit unterschiedlichsten Standpunkten und Zugängen zu Natur und Tieren. Bei diesen Gesprächen war zu erkennen, dass ein Grossteil der Personen, die nicht in einer direkten Verbindung mit der Jagd stehen, diesem fragwürdigen Hobby kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. Immer mehr setzt sich bei der Bevölkerung die Erkenntnis durch, dass das, was Jäger zu der Wichtigkeit und Notwendigkeit ihres Hobbys erzählen, wenig Substanz hat, ja oftmals nur eine vage Argumentation und Rechtfertigung darstellt, um einer veralteten Tradition nachgehen zu können. Dem Bürger, der in einen -  wie auch immer gearteten - Konflikt mit Jägern gerät, fehlen jedoch oftmals die Argumente, um entsprechend Paroli bieten zu können. Genau diese Lücke ist der Ansatzpunkt für die Anti-Jagd-Allianz und pro iure animalis.

Mit einem umfangreichen Angebot an Infomaterial traten die Jagdkritiker diesem Informationsdefizit entgegen. Dazu war die Frühjahrs-Ausstellung 2013 in Kassel wieder ein idealer Anlass; das Informationsmaterial und die Auskünfte aus den Gesprächen wurden gerne und zahlreich angenommen. Es waren die Pferde- oder Hundebesitzer, welche die oftmals herablassenden und unverschämten Ansprachen von Jägern leid sind oder einfach Personen, die ein gesundes Verhältnis zu Natur und Mitlebewesen haben, die das Angebot dankend angenommen haben. Die sehr emotional besetzten Themen wie z.B. Haustierabschuss, Fallenjagd und Auslandsjagd waren bei der Messepräsentation in den Vordergrund gestellt und fanden bei den Besuchern große Aufmerksamkeit.

Natürlich kam es auch zu den üblichen Gesprächen und zu Provokationen seitens der Jägerschaft, der nach wie vor der Auftritt der Jagdgegner ein Dorn im Auge ist. Interessant ist jedoch dabei, dass sich dazu die Standpunkte der Jagdscheininhaber auch in zwei Lager teilen: Ein großes Lager, welches unterstellt, dass die Jagdgegner von allem keine Ahnung hätten und Lügen verbreiten würden und  ein differenziert denkendes Lager, welches die Kritik als fundiert ansieht und die selbst wissen, dass in ihren eigenen Reihen vieles im Argen liegt. Wie bereits nach dem der Frühjahrsmesse 2012, haben sich daraus weiterführende Gespräche mit kritischen Jägern ergeben (siehe auch http://www.anti-jagd-allianz.de/index.php?option=com_content&task=view&id=66&Itemid=36), die jetzt vor Ort weitergeführt wurden und möglicherweise auch im Nachgang zu der diesjährigen Messe weitergeführt werden.

Zeitgleich zu der Messe hat es einen harten Schlag gegen die Jägerschaft im Landkreis Kassel gegeben. Die Anti-Jagd-Allianz  hat zusammen mit fünf anderen Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen Strafanzeige gegen einen Jagdverein wegen einer sinnlosen Massentötung von Füchsen gestellt(siehe auch http://www.anti-jagd-allianz.de/index.php?option=com_content&task=view&id=75&Itemid=36 und http://www.anti-jagd-allianz.de/index.php?option=com_content&task=view&id=76&Itemid=36). Über diesen Vorgang wurde ausführlich in der regionalen Presse berichtet, was natürlich den einen oder anderen Besucher – sowohl aus der jagenden wie auch aus der nichtjagenden Bevölkerung – an den Stand geführt hat. Die Anzeige wurde in den letzten Tagen der Messe zu einem beherrschenden Thema bei den Standgesprächen.

Unter den Standbesuchern gab es eine kleine Meinungsumfrage, die mit einem Gewinnspiel verbunden war. Auf einer Postkarte durften die Besucher ankreuzen, ob sie Jagd für angewandten Naturschutz halten oder in der Jagd eher Naturzerstörung, verbunden mit Tierquälerei sehen würden. Für die Naturzerstörung in Verbindung mit Tierquälerei haben sich 78 % entschieden. Ein Stimmungsbild von der Messe, welches sich nach der Auffassung der Standbetreiber mit dem aktuellen Stimmungsbild allgemein in der Bevölkerung deckt. Zahlen, die sicher dem jagenden Bevölkerungsanteil nicht gefallen und gewiss mit dem Vorwurf der Unseriosität kleingeredet werden. Doch da müssen die Jäger mit Blick auf ihrer eigenen Meinungsstudien erst einmal vor der eigenen Haustür kehren ...

Alles in allem resümieren die Anti-Jagd-Allianz und pro iure animalis: Der diesjährige Messeauftritt war erneut ein voller Erfolg! Das Ziel, Hintergrundinformationen zur Jagd in die Bevölkerung zu tragen, ist voll und ganz erreicht worden. Darüber hinaus ergaben sich aber auch für die Organisatoren gute und wertvolle Kontakte sowie zahlreiche Informationen bzgl. schwarzer Schafe in der Jägerschaft.
So wird auch im nächsten Jahr der Messeauftritt der beiden Organisationen wieder bei der Frühjahrs-Ausstellung in Kassel anzutreffen sein. (hho/kco)

 
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